Förderverein Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge e.V.

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Gedenkaktion 2017 zum Thema “Traum”

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Wovon träumen wir – für uns selbst, für unserer Kinder, Eltern, Verwandten, für unsere Freunde, für die Welt?

„Traum“ war auch das Thema der diesjährigen Aktion der Gruppe der 2. Generation, die mit einer eindrucksvollen Performance von Maximilian Bunge, Lara Seidenberger, Jeanny Volkmann, Jonah Grabbert, Laura Karnowski, Sanja Kappe, Esther Feistauer, Samantha Juds und Rex Brandenburg umgesetzt wurde. Wie in den vergangenen Jahren kamen die jugendlichen Akteure unterschiedlichen Alters aus verschiedenen Schulen der Harzregion – aus den Berufsbildenden Schulen „Geschwister Scholl“ Halberstadt, dem Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Halberstadt, der Sekundarschule Hagenberg Gernrode und der Berufsbildenden Schule “J.P.C. Heinrich Mette” Quedlinburg und einige von ihnen nahmen zum wiederholten Male an der Gestaltung der Aktion teil.

Die jungen Leute, die seit Februar am Projekt gearbeitet haben, beschäftigten sich nicht nur mit Texten von Überlebenden des KZ Langenstein-Zwieberge zum Thema „Traum“, sondern setzten sich auch mit deren Schicksalen sowie der Geschichte des Lagers Langenstein-Zwieberge auseinander und ließen eine Performance mit ausgewählten Texten, Klängen und szenischen Bildern entstehen.

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Eigene Träume und Wünsche formulierten sie anschließend auf selbst gestalteten Karten, die sie am Ende der Aktion den Gästen der Gedenkveranstaltung überreichten.

Einige Motive der Postkarten:

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Wie sehr sich ihre eigenen Träume und Wünsche von denen der Häftlinge unterschieden, machte die Aktion selbst sehr deutlich.

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Ettore als Vertreter der 2. Generation stellt die Idee des Themas “Traum” vor.

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Mit einem gleichmäßigen, marschartigen Trommeln auf verschiedenen Schlaginstrumenten wie Trommel, Cajon, Bongo und Holzplatten eröffneten die Jugendlichen ihre Performance. Max zitierte zunächst den Italiener Alberto Berti, der ständig Wahnvorstellungen von Männern, Frauen und Kindern hatte, die in Fünferreihen marschierten und das Hakenkreuz am Arm trugen.

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Lara hatte ebenfalls einen Text von Alberto Berti ausgewählt, in dem er sich erinnerte, dass alle seine Kameraden, wie auch er selbst, im Lager von Alpträumen gequält wurden. Durch rhythmisches Ratschen auf Reibestöcken sowie schrille und disharmonische Töne auf der Geige wurde dieses Gefühl von Alpträumen den Gästen klanglich verdeutlicht.

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Danach ließ Sanja den „ganz und gar lächerlichen“ Traum des Franzosen Georges Petit von „riesigen Kuchenmengen“ lebendig werden. Bauern fuhren damals diese Kuchen zum Bäcker zum Abbacken und Petit träumte davon, von den Köstlichkeiten etwas angeboten zu bekommen. Durch eine immer lauter werdende Sprechkaskade verschiedener Kuchensorten – die mit einem Trommelschlag unvermittelt abbrach – wurde beinah schmerzhaft spürbar, dass sich dieserTraum nicht erfüllt hatte.

Auch die von Laura beschriebenen nächtlichen Wahnvorstellungen des Franzosen Hélie de Saint Marc, die sich auf etwas Eßbares, auf Unmengen von Speisen bezogen, wurden mit einer plötzlich abbrechenden Sprechkaskade verschiedenster Speisen veranschaulicht.

„Manchmal gelingt es uns im Traum, die Kinder zu sehen, die Mutter oder die Frau zu beruhigen.“ Dieser Traum des Letten Miervaldis Berzins-Birse, zitiert von Samantha, wurde durch ein besonders bewegendes Bild veranschaulicht – Laura und Sanja gingen wie im Traum aufeinander zu und hielten sich lange umarmt, eine getragene Geigenmelodie verdeutlichte diesen Wunschtraum besonders quälend.

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Jeanny und Esther erinnerten an den Franzosen Hélie de Saint Marc, für den der Stollen einen Alptraum am hellichten Tag darstellte, einen Ort, an dem man nur mit Mühe am Leben blieb, wo er oft an seine Mutter dachte. Diesen Gedanken Saint Marcs an seine Mutter unterstrich Rex ebenfalls mit einer getragenen Geigenmelodie.

Jeanny und Laura ließen, begleitet von Geigenspiel, große Seifenblasen sinnbildlich über dem Gräberfeld zerplatzen, dann brach Rex sein Geigenspiel unversehens ab. Die Zuschauer hatten währenddessen Zeit, über die Worte des Polen Edmund Wojnowsik nachzudenken, die von Jonah zitiert wurden: „Ich kann mich nicht mehr richtig an mein Haus und meine Familie erinnern. Manchmal scheint es mir, als ob ich das vorige Leben nur geträumt habe.“

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Nachdenkliche Stille ließen die Jugendlichen anschließend den Worten Georges Petits folgen, die von Esther vorgetragen wurden: „Kann man unter diesen Bedingungen träumen? Die Antwort ist, dass ich sehr wenig geträumt habe. Eigentlich war ich ein Träumer… aber in Buchenwald und Langenstein hatte ich keine Träume mehr.“

Chaotisches Trommeln, Ratschen und schrille Geigentöne folgten seinen von Sanja wiedergegebenen Worten: „Habe ich überhaupt geschlafen? Was nützt der Schlaf, wenn er keine Träume und Erholung bringt … Ich … bin absolut unfähig aufzustehen. Wie soll ich in diesem Zustand weitermarschieren?“

Samantha verdeutlichte zum Ende der Aktion, dass auch nach der Befreiung des Lagers die Überlebenden noch lange Zeit durch Alpträume gequält wurden, dass sie der Gefangenschaft zwar physisch aber nicht psychisch entkommen waren und zitierte dafür den Franzosen Hélie de Saint Marc: „Über Monate vielleicht Jahre hinweg fühlte ich mich in der Nacht wie ein Seiltänzer über dem Abgrund. Es ist nicht leicht, diesem Gefängnis zu entkommen.“

Von einer Melodie der Gruppe „Karussell“ durch Rex auf der Geige begleitet, gingen die Jugendlichen mit ihren auf Karten geschriebenen Wünschen und Träumen auf die Gäste zu und verteilten sie. Auch einige leere Karten hatten sie dabei, um die Anwesenden einzuladen, eigene Träume und Wünsche zu formulieren.

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Hoffen wir, dass die Träume und Wünsche der jungen Menschen nach Freundschaft, einem glücklichen und zufriedenen Leben, einer guten Ausbildung und einem erfüllenden Berufsleben, nach Liebe, Toleranz, Anerkennung und Gesundheit in Erfüllung gehen – schließlich ist es all das, was sich jeder von uns wünscht und was sich auch die Menschen für ihr Leben erträumt hatten, die im KZ Langenstein-Zwieberge gefangen waren.

All das ist aber nur möglich, wenn es uns gelingt, Frieden zu schaffen und die Kriege zu beenden – ein Menschheitstraum, der nie in Erfüllung zu gehen scheint und von dessen Verwirklichung wir doch und trotz allem weiter träumen.

Tun wir alles dafür, dass dieser Traum eines Tages doch noch wahr wird.

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Die Jugendlichen im Gespräch mit Gästen und der Gruppe der 2. Generation nach der Gedenkveranstaltung.

Jazz vom Feinsten bringt 500 Euro Spenden für Namenstafeln

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Jazz vom Feinsten gab es am 8. April in der Moritzkirche zu hören. Warnfried Altmann (Saxophon) und Klaus Kugel (Schlagzeug) waren bestens aufgelegt und von der schönen Moritzkirche inspiriert, die uns die evangelische Kirchengemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Die beiden Musiker beeindruckten das Publikum mit allen Klangfacetten ihrer Instrumente.

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Klaus Kugel erfüllte mit seinen asiatischen Gongs, Glocken und Klangschalen in verschiedenen Größen, aber auch mit Rhythmen, die das klassische Schlagzeug hergibt, die Moritzkirche. Das Saxophon von Warnfried Altmann trat in Dialog mit dieser bizarren Klangwelt und überraschte die Zuhörer mit ebenfalls ungewohnten Tonkombinationen. Auch die Maultrommel kam zum Einsatz und gesungene Worte erweiterten das Klangbild, das quasi in einem “flow” über eine gute Stunde die Gäste erfreute. Beide waren sowohl solo als auch im Duett zu hören, eine längere Klangpause gehörte zur Improvisation und so empfand es auch das Publikum, das das Ruheelement nicht durch Klatschen unterbrach.

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Erst nach Konzertende spendete das begeisterte Publikum, das aus internationalen Gästen der “Tage der Begegnung” und Halberstädter Kulturinteressierten bestand, ausgiebigen Applaus. Die Künstler wurden erst nach einer Zugabe entlassen.

Das gut gelaunte Publikum spendete 500 Euro für die Anfertigung weiterer Namenstafeln am Gräberfeld der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge. Vielen, vielen Dan dem Publikum und den Künstlern Warnfried Altmann und Klaus Kugel. 

 

Der Vorstand des Fördervereins Langenstein-Zwieberge

Konzertankündigung – Weiteres Konzert “Noten für Namen” am 8. April 2017

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Der Förderverein und die Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge lädt im Rahmen der Reihe

 „Noten für Namen“

 in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Halbertadt

 am 8. April 2017 um 18.00 Uhr

 in der Moritzkirche Halberstadt (Moritzplan1)

 zu einem Konzert mit  

Warnfried ALTMANN (Saxophon) und Klaus KUGEL (Perkussion) ein.

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Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Anfertigung von Namenstafeln für Opfer

des KZ Langenstein-Zwieberge wird gebeten.

Unsere internationalen Gäste der “Tage der Begegnung” sind ebenfalls anwesend.

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WARNFRIED ALTMANN, geboren 1958, studierte an der Musikhochschule Dresden im Hauptfach Saxophon und arbeitete einige Jahre als Musiker in Big Bands. Seit An-fang der 80er Jahre spielt er in verschiedenen Jazzformationen und komponiert. Hauptschaffensfeld ist für ihn die Improvisation, die ihn auch mit Künstlern anderer Bereiche, wie Tanz, bildende Kunst und Literatur zusammengeführt hat. Er hatte von 1990 bis zur Schließung des Musikinstituts 2010, einen Lehrauftrag für Improvisation an der Magdeburger Universität. Seine musikalische Arbeit wurde in zahlreichen Rundfunk – und Fernsehaufnahmen und CD-Produktionen dokumentiert. Eine inten-sive Konzerttätigkeit führt ihn jedes Jahr durch ganz Deutschland und das europäische Ausland.

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KLAUS KUGEL der sein Drumset um eine Vielzahl von filigranen Klang- und Perkus-sionsvarianten erweitert, ist einer der einfallsreichsten deutschen Perkussionisten. Er machte globusweit durch hochkarätige Internationale Projekte von sich reden. Zusammenarbeit mit Tomasz Stanko, Charlie Mariano, Theo Jörgensmann, Kenny Wheeler, Vyacheslav Ganelin, Bobo Stenson, Glen Moore, Sabir Mateen, Robert Dick, Peter Evans, Perry Robinson, Karl Berger, Roy Campbell, Petras Vysniauskas, Charles Gayle, Bobby Few, Ken Vandermark u.v.a. “Klaus Kugel ist ein so leichthändig einfühlsamer Schlagzeuger, wie man es sich in ei-nem solchen Solistenensemble nur wünschen kann.” (Frankfurter Rundschau).

Teilnehmer am Geschichtswettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung stellen die Jugendaktion 2016 auf einer Internetseite vor

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Die VAF16 der Berufsbildenden Schulen “Geschwister Scholl” Halberstadt nahmen mit einem Beitrag am diesjährigen Geschichtswettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung teil, dieser Beitrag ist jetzt online und kann unter

http://www.denktag.de/2016kommunikation/konzentrationslager/

angesehen werden. Erstellt hatten die Internetseite Maximilian Bunge, Muhammed Demir, Desiree Dölle, Yasin Karacan, Marc Laufer, Justin Mayer, Laura Niemann, Sevim Reinecke, Lara Seidenberger, Jeanny Volkmann, Florian West.

Mit Unterstützung der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge und ihres Klassenlehrers Herrn Lehnert sowie des Sozialpädagogen der BbS Herrn Kallenberger hatte die Klasse VAF16 die Internetseite über die Jugendaktion zu den Tagen der Begegnung 2016 zum Thema “Kommunikation im Lager” erstellt.

Inhaltlich vorbereitet hatten sich die Schüler und Schülerinnen durch einen Projekttag, an dem sie auf dem ehemaligen Lagergelände das in der Gedenkstätte verfügbare Geocaching durchführten. Bei einem weiteren Besuch der Gedenkstätte mit Führung und Besichtigung des Stollens führten sie ihre Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus, Ausgrenzung und Stigmatisierung und dessen aktuellem Bezug fort. Das Wichtigste an Geschichte ist, daraus zu lernen.

Die Internetseite stellt die Jugendaktion vom April 2016 vor, an denen die Schülerinnen und Schüler der VAF16 zwar nicht teilgenommen hatten, die sich aber ebenfalls mit den Mechanismen von Ausgrenzung, Stigmatisierung und Menschenrechten beschäftigte. Auch 2017 wird im Rahmen der Gedenkveranstaltung am Sonntag, den 9. April, eine Jugendaktion zum Thema “Traum” durchgeführt, an der sich Laura Seidenberger, Jeanny Volkmann und Maximilian Bunge beteiligen werden, die Vorbereitung haben bereits begonnen.

Einen Preis konnten die Jugendlichen mit ihrem Beitrag zwar nicht gewinnen, aber wichtige Erfahrungen und Kenntnisse und außerdem hat die Arbeit am Projekt und die Auswertung bei einem gemütlichen Kaffeetrinken viel Spaß gemacht.

Martina Lucht, Projektleiterin

Zum Tod von Günter Liedtke

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Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod unseres langjährigen und sehr guten Freundes

GÜNTER LIEDTKE erfahren.

Als Mensch und Hausmeister war er die  gute Seele der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge. Immer wenn es um organisatorische Dinge und technische Probleme bei unseren Aktionen oder der Vorbereitung der « Tage der Begegnung » ging, stand er an unserer Seite – mit all seinem Können, seiner Hilfsbereitschaft und seinem Humor.

Unfassbar ist für uns, ihn nicht mehr bei uns zu haben. Wir vermissen ihn und trauern gemeinsam mit dem Team der Gedenkstätte um unseren Freund.

Hanka Rosenkranz, André Baud, Kerstin Schmieder, Martina Lucht und Gesine Daifi  

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Freundinnen und Freunde der Gedenkstätte,

Günter Liedtke, unser Hausmeister, ist am 16. Januar 2017 in der Gedenkstätte an einem Herzinfarkt verstorben. Er ist 60 Jahre alt geworden und hat seit dem 2. Oktober 1989 in der Gedenkstätte gearbeitet. Trotz unserer Fassungslosigkeit über seinen plötzlichen Tod  möchten wir Ihnen heute ein paar Zeilen über einen Kollegen schreiben, den wir sehr geschätzt haben.

Unser Alltag in der Gedenkstätte war übersät mit kleinen Aufmerksamkeiten für einen jeden von uns, so wie der Kaffe, den er jeden Morgen – und auch gestern noch – für Gesine Daifi gekocht hat.  Seine Aufmerksamkeit anderen gegenüber ließ niemals nach. Oft wusste er sogar noch eher als wir selbst, was wir brauchen würden. Da der « Chef » mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt, braucht er einen Kleiderschrank und noch bevor sich der Chef dessen bewusst war, bekam er ihn.

Günter Liedtke kannte alle verborgenen Winkel des ehemaligen Lagergeländes und der Gedenkstätte. Er wusste, was im Verlaufe des Jahres zu tun war und wann es getan werden musste. Wenn er über seine Arbeit sprach, stellte man fest, wie gut durchdacht jede noch so kleine Sache war. Nichts wurde dem Zufall überlassen. In seiner Arbeit für die Gedenkstätte fand man die gleiche Aufmerksamkeit, die er anderen entgegen brachte.  Eine tägliche Aufmerksamkeit, die niemals nachließ.

Günter Liedtke war nicht nur ein sehr hilfsbereiter Kollege. Er hat gestern auch ein bedeutsames Wissen über das Konzentrationslager mit sich genommen. Dank seines technischen Blicks auf die Dinge machte er sich im Laufe der Jahre viele Gedanken über den Betrieb verschiedener Einrichtungen des Lagers in Langenstein. Dort, wo der Historiker nur eine Betonplatte sah, erkannte er den Boden einer Dusche und konnte uns beispielsweise erklären, was sich in einem Raum des Krankenreviers ereignete. Sein technischer Blick, der oft bei den historischen Recherchen fehlt, wäre eine überaus wertvolle Hilfe gewesen, um künftig die Geschichte des Lagers zu schreiben. Wenige Tage vor seinem Tod hatte er begonnen, sein Wissen über das Lager schriftlich festzuhalten. Seine Fotos von Lagerbereichen, die niemand außer ihm kannte, bleiben nun unausgewertet.

Seine gute Laune, sein Humor und seine Lebensfreude fehlen uns schon jetzt.

Das Team der Gedenkstätte

Nicolas Bertrand und Gesine Daifi

Konzert der Mittelalter-Band Bergfolk erbringt 855 Euro Spenden für Namenstafeln

In der stimmungsvollen St. Andreaskirche in Halberstadt war am Freitag, den 14.10.2016, eine musikalische Zeitreise ins Mittelalter zu erleben, die die zahlreichen Besucher mit 855 Euro Spenden honorierten, die wieder für die Anfertigung weiterer Namenstafeln verwendet werden. Trotz kühler Temperaturen im Kirchenraum wurde das 9. Konzert unserer Reihe “Noten für Namen” dank der gut gelaunten Musiker, die kostenfrei für den Förderverein spielten und sangen, ein voller Erfolg.

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Die Gruppe “Bergfolk” war mit allerlei ungewöhnlichen Instrumenten aus Wernigerode angereist, um die zahlreichen Besucher mit tiefsinnigen, manchmal derben, lustigen oder auch besinnlichen Liedern und Instrumentalstücken zu erfreuen.

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Gitarren in verschiedenen Größen, Maultrommel, Flöte und Dudelsack, Trommel, Drehleier und Cajon erklangen und in den Liedtexten ging es um Ritterehre und Kriegsgetümmel, Gottesfurcht und Hexenglaube, Trunkenbolde, hässliche Eheweiber, Vagabunden oder um Liebe und Sehnsucht nach Frieden und einem glücklichen Leben, so dass man sich wirklich in die Klangwelt des Mittelalters zurückversetzt fühlte. Aber auch modernere Texte, wie z.B. das Gedicht “John Maynard” von Theodor Fontane, wurde vertont.

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Eine akustische Besonderheit war der Titel “Knocking on heavens door” vom frisch gebackenen Nobelpreisträger Bob Dylan - arrangiert für Gitarre und Dudelsack! Diese außergewöhnliche Variante hat sicher Bob Dylan selbst so noch nie gehört.

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Die Spielleute von “Bergfolk” Harald Kruft, Steffen Blauwitz und Heiko Schilling hatten gemeinsam mit dem begeisterten Publikum viel Spaß, und der Abend endete erst nach 3 Zugaben.

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Vielen, vielen Dank den Musikanten von ”Bergfolk” für das tolle Konzert und Pfarrer Sommer, der uns wieder kostenlos die schöne St. Andreaskirche zur Verfügung gestellt hat.

9. Konzert “Noten für Namen” mit der Folk-Band Bergfolk aus Wernigerode

 

Wir begrüßen zu unserem neunten Benefizkonzert der Reihe “Noten für Namen” Harald Kruft (Gitarre, Manoline, Maultrommel, Horn, Djembe, Darabuka, Dawul, Gesang) Steffen Blauwitz (Gitarre, E-Bass, Djembe, Dawul, Konzerttrommel, Waldzither, Gong, Gesang) und Heiko Schilling (Schalmei, Dudelsack, Gaita, Flöten, Whistle, Drehleier, Maultrommel, Brummtopf, Quika, Darabuka, Zimbeln, Wind…)

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Steffen Blauwitz stellt seine Gruppe „BERGFOLK“ vor:

“Seit 1985 also seit 31 Jahren touren wir nun schon durch die Lande. Seit 1996 spielen wir in der heutigen immer noch aktuellen Besetzung und haben seit dieser Zeit insgesamt 5 CD`s produziert. Unser Repertoire reicht von mittelalterlichen Liedern und Tänzen, internationalen Folk- Sauf- und Gesellenliedern bis hin zu eindrucksvollen Balladen. In Extremfällen gibt es auch Schlagerparodien zu hören. Bei unseren Auftritten kommen rund zwei Dutzend verschiedener Instrumente zum Einsatz. Das sind u.a. Hand- Percussion, Gitarren von E bis Konzert, Mandoline, Waldzither, Bass, Dudelsäcke, Drehleier, um nur einige zu nennen.”

Das Konzert findet am Freitag,  14.10.2016  

in der Andreaskirche Halberstadt, Franziskanerstr. 2  

um 19.00Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Wir bitten wie immer um eine Spende für die Finanzierung weiterer Namenstafeln am Gräberfeld, mit denen die Opfer des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge ihre Namen und damit ihre Identität zurückerhalten.

Außerdem besteht nach dem Konzert die Möglichkeit, mit Mitgliedern der Gruppe der 2. Generation ins Gespräch zu kommen, die an diesem Wochenende ihr Herbstseminar abhalten.

Liebe Gäste, wir freuen uns auf Sie!

Der Vorstand des Fördervereins Langenstein – Zwieberge

 

SPENDENSOMMER 2016 MIT VERSCHIEDENEN AKTIONEN ZUR FINANZIERUNG WEITERER NAMENSTAFELN

 Bücherflohmarkt auf dem Domplatz

Anfang Juli gab es, wie schon in den letzten Jahren, einen Bücherflohmarkt anlässlich des Töpfermarktes “Ton am Dom” in Halberstadt. Vor bzw. im Gleimhaus hatten wir wieder unsere gut gefüllten Bücherkisten aufgebaut und konnten für insgesamt 600 € Bücher verkaufen und mit unseren interessierten Kunden ins Gepräch über Bücher und die Gedenkstätte Langenstein – Zwieberge kommen.

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Leider war in diesem Jahr das Wetter wechselhaft, so dass wir nicht, wie in den Vorjahren, durchgehend vor dem Gleimhaus verkaufen konnten, sondern unsere Büchervorräte am Sonntagnachmittag ins Gleimhaus bringen mussten. Trotzdem fanden die Leser den Weg zu uns und konnten sich wieder “Lesefutter” für den bevorstehenden Urlaub oder ein anderes antiquarisches Buch für 1 € sichern. Auch in diesem Jahr gab es unsere Lesezeichen und die aktuellen Flyer des Fördervereins zu jedem gekauften Buch dazu.

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Ein besonderes Dankeschön des Vorstandes geht wieder an das Gleimhaus für die Unterstützung unseres Basars und an die fleißigen Helfer, die uns bei den Vorbereitungen und beim Tragen der Bücher geholfen haben. Nun überwintern unsere „Schätze“ auf dem Boden von Rainer Neugebauer. Vielen Dank!

Wir werden im kommenden Jahr am 1. Juliwochenende wieder dabei sein.

Rockmusiker spenden für “Noten für Namen“

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Anlässlich des diesjährigen Rockharzfestivals in Ballenstedt im Juli 2016 war meine Familie als Förderer der Arbeit unseres Fördervereins aktiv. Nachdem sie als begeisterte Fans das Konzert der Hard Rock Band „The New Roses“ aus Wiesbaden genossen haben, sind sie zur Autogrammstunde mit den Bandmitgliedern ins Gespräch gekommen. Mein Mann stellte ihnen unser Projekt „Noten für Namen“ vor. Die Band zeigte sich von dieser Initiative sehr angetan und spendete spontan einige CDs und zwei T-Shirts. Vielen Dank dafür nach Wiesbaden.

Der Spendenerlös durch den Verkauf der Fanartikel von 67 € wird ebenfalls für die Herstellung von Namenstafeln verwendet.

Hanka Rosenkranz Vorsitzende des Fördervereins

 

Konzert “Noten für Namen” mit Grey Wolf und Alex Wurlitzer

Am 19. August begeisterten Pit Kyas alias Grey Wolf und Alex Wurlitzer mit ihrem Programm “Blues & more” das Publikum in der Moses-Mendelssohn-Akademie Halberstadt. Der Saal war so gut gefüllt, dass einige Konzertbesucher nur noch auf der Empore Platz fanden.

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Beide Künstler hatten den Vereinsvorstand angesprochen, ob sie ein Benefizkonzert für unsere Reihe “Noten für Namen“ geben können. Natürlich haben wir sofort zugesagt und bedanken uns sehr herzlich für diese großartige Unterstützung.

Wir erlebten eine phantastische Reise durch die Welt des Blues und Folk und „entließen“ die Künstler erst nach mehreren Zugaben. Und die gute Stimmung sorgte für eine große Spendenfreudigkeit – die stolze Summe von 620 € konnte verbucht werden.

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Grey Wolf und Alex Wurlitzer – Blues und Folk beim nächsten Konzert der Reihe “Noten für Namen” am 19.8.2016

GREY WOLF, Pit Kyas (Voice, Guitars, Harps)

und

Alex Wurlitzer (Pedalsteel, Resonatorgitarre, Dobro. Banjo, E-Gitarre, Bass)

sind zwei Musiker, die mit handgemachter Musik ihren musikalischen Heros,die Ehre erweisen.

Grey-wolf-2 in Grey Wolf und Alex Wurlitzer - Blues und Folk beim nächsten Konzert der Reihe Noten für Namen am 19.8.2016

Das Programm “Blues & more” von  „Grey Wolf & Alex Wurlitzer“  ist

am 19. 08. 2016 

in der Moses-Mendelssohn-Akademie, Klaussynagoge,

zu erleben.

Beginn: 19.30 Uhr

Der Eintritt ist frei, wir bitten um Spenden für weitere Namenstafeln.

*

Ihr Programm besteht aus Coverversionen von  hier zu Lande mehr oder weniger bekannten Musikern. Diese Coverversionen präsentieren sie in ihrem persönlichen Stil. „GreyWolf´s“ Gesang und Alex Wurlitzers virtuoses Gitarrenspiel prägen wesentlich diesen Stil, der auch als „Americana“ zu bezeichnen ist. Es ist eine Mischung aus Folk, Blues, Gospel und Country.

Ihr Wirkungskreis erstreckt sich über Open Air Veranstaltungen, Kneipengigs bis hin zu Kirchenkonzerten. Beide Musiker waren in den letzten Jahren in verschiedenen Formationen auf hunderten von Konzerten zu erleben.

 

Im Programm “Blues & more” von  „Grey Wolf & Alex Wurlitzer“:

Red House   ( J. Hendrix )

I Just Wanna Make Love To You   ( W. Dixon )

It Hurts Me To   ( Elmore James )

Howlin´   ( W. Dulisch / P. Kyas )

Sittin´ On The Top Of The World    ( Doc Watson )

St. James Infirmary    ( Trad. )

Cocaine Blues   ( Trad. )

No Expectations    ( Jagger ( Richards )

Love In Vain   ( Robert Johnson )

Season Of The Witch   ( Donovan Leitch )

Boomm, Boom Boom….    ( J. Lee Hooker / P. Kyas )

www.grey-wolf-music.de

http://www.redblooms.com/index.php

p.kyas@web

(Text: Pit Kyas)

Bücherflohmarkt findet wieder am 2. und 3. Juli in Halberstadt statt

 

Achtung, wichtige Mitteilung an alle Leseratten!!!

wir, der Vorstand des Fördervereins, freuen uns auf den Bücherflohmarkt, den wir wieder im Rahmen des Töpfermarktes “Ton am Dom” durchführen.

Am 2. und 3. Juli erwarten wir Sie von 10.00 bis 18.00 Uhr vor dem Gleimhaus Halberstadt (Domplatz 31).

Auch dort finden an diesem Wochenende interessante Aktionen statt.

Bei uns im Angebot sind wieder Krimis, historische Romane, Kinderbücher, Sachbücher, Bildbände und Weltliteratur – alle Bücher für 1 Euro/Stück.

Sie unterstützen mit Ihrem Kauf die Herstellung und Anbringung neuer Namenstafeln, mit denen wir den Opfern des KZ Langenstein-Zwieberge, die in Massengräbern verscharrt wurden, ihre Identität und ihren Namen zurückgeben wollen. Die Nennung der Opfernamen bietet die Möglichkeit eines bewussten Gedenkens und gibt den Angehörigen einen konkreten Ort der Erinnerung und der Trauer.

Wir freuen uns auf Sie, lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen, preiswert ein gutes Buch für den Sommerurlaub zu erwerben – oder zwei – oder drei …. Auch wenn Sie beim Durchstöbern unserer reich gefüllten Bücherkisten nichts Passendes finden, freuen wir uns auf ein Gespräch mit Ihnen und informieren Sie gern über unsere Spendensammlung.