4. PLATZ für Schülerwettbewerb der Konrad Adenauer Stiftung für die BbS Böhnshausen und die Sekundarschule Gernrode
„Hinsehen, einmischen, mitgestalten!“ – das war das Motto des Jugendwettbewerbes DenkT@g 2010 der Konrad – Adenauer – Stiftung, an der sich Schüler der BbS Böhnshausen und der Sekundarschule Gernrode erfolgreich beteiligten.
Aufgabe war es, sich mit einem Ereignis aus der Zeit des Nationalsozialismus zu befassen und seine Bedeutung für die Gegenwart zu reflektieren. Die Jugendlichen sollten die erforschten Ereignisse in ihre Lebenswelt einbinden und eine Internetseite erstellen.
Unsere Schülergruppe hat im April 2010 aktiv an der Gestaltung der „Tage der Begegnung“ des ehemaligen KZ Langenstein – Zwieberge teilgenommen, kam intensiv mit Überlebenden des Lagers ins Gespräch und führte den Gedenkmarsch vom Bahnhof bis zum Mahnmal des Lagers an.
Diese Ereignisse präsentierten die Schüler auf ihrer Internetseite des Wettbewerbes, zu sehen unter www.denktag.de (Beiträge 2010 anklicken).
Mit viel Engagement und Herzblut waren alle Schüler bei der Sache, so dass das Warten auf die Ergebnisse von Ungeduld und Spannung begleitet wurde. Umso größer war die Freude, als am 14.12. 2010 die Einladung zur Preisverleihung nach Berlin eintraf. SIE WAREN UNTER DEN PREISTRÄGERN!
Am 27. / 28. 01. 2011 war es dann so weit. Stellvertretend für die Gruppe fuhren die Schüler Juliane Eue, Robert Raschel, Martin Kroeber sowie die Projektbetreuer, Berufsschullehrerin Martina Lucht, Gedenkstättenpädagogin Hanka Rosenkranz und Gedenkstättenmitarbeiterin Gesine Daifi zur Preisverleihung nach Berlin.
Der 1. Tag widmete sich inhaltlich der Aufarbeitung jüdischer Geschichte während der Zeit des Nationalsozialismus. Eine Busrundfahrt führte uns auf den Spuren des „Jüdischen Lebens“ durch Berlin. Da Berlin damals die größte jüdische Gemeinde Deutschlands besaß, gab es viel zu erfahren. Leider sahen wir die Synagoge in der Oranienburger Strasse nur aus der Ferne und auch das berühmte „Scheunenviertel“ mit seiner mehr als 300-jährigen jüdischen Geschichte wurde ebenso wenig erwähnt, wie die Tatsache, dass der jüdische Philosoph Moses Mendelssohn, dessen Namen die Halberstädter Akademie trägt, auf dem jüdischen Friedhof im Scheunenviertel beigesetzt wurde. Auch einen Hinweis auf das Anne Frank Zentrum in den Hackeschen Höfen haben wir vermisst.
Am Nachmittag wurde in der KAS die Wanderausstellung „Die Mädchen von Zimmer 28“ eröffnet. Sie beschäftigt sich sehr einfühlsam mit dem Schicksal einiger Kinder, die in Theresienstadt gefangen gehalten wurden und dem Bemühen der sie betreuenden Erwachsenen, diesen Kindern mit Musik, Gesang und Zeichnen das Leben im Ghetto zu erleichtern. Viele Kinder und deren Eltern wurden von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und kehrten nicht zurück.
Besonders beeindruckend war für uns das Gespräch mit 2 überlebenden Frauen, deren Herzlichkeit und Lebenslust uns sehr berührten.
Im Anschluss daran stellte uns die Regisseurin Freya Klier ihren Film „Die Odyssee der Anja Lundholm“ vor, einer jungen Schauspielerin aus dem Rheinland, deren „arischer“ Vater die jüdische Mutter in den Selbstmord trieb. Nachdem sie der eigene Vater an die Gestapo verriet, um sich ihr mütterliches Erbe anzueignen, wurde sie in Italien verhaftet und wegen ihrer Teilnahme am Widerstand in das KZ Ravensbrück überstellt. Anja Lundholm verstarb 2004 in Frankfurt/Main.
Der Freitag war der Tag der Preisverleihung. Neben mehreren prominenten Gästen war auch der Schirmherr des Wettbewerbes, Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, zu Gast. 12 Beiträge waren von der Jury zur Prämierung ausgewählt worden. Die Themenvielfalt war erstaunlich und immer regional eingebunden, z. B. Auseinandersetzung mit Euthanasie, der Swing – Jugend oder Jüdischen Firmen, die enteignet wurden.
Da die Platzierung vorher nicht bekannt war, erwarteten die Schüler jeden Aufruf mit Spannung -
UND SIND JETZT STOLZ AUF IHREN 4. PLATZ!
Als Preis werden alle Teilnehmer ein verlängertes Wochenende in Köln verleben. Alle Projektteilnehmer besuchen Abschlussklassen, deshalb wird es noch vor den Sommerferien auf Reisen gehen.
Das Projekt ist mit der Preisverleihung nicht abgeschlossen. Mehrere Schüler der Arbeitsgruppe werden auch im April 2011 an der Aktion der Gruppe der 2. Generation zu den „Tagen der Begegnung“ teilnehmen. Die diesjährige Aktion soll an die im südlichen Massengrab beigesetzten Opfer erinnern, die noch nach der Befreiung am 11. April 1945 im Lager verstorben sind. Hierfür werden die Projektteilnehmer eine eigene Form des Gedenkens entwickeln und umsetzen.







